Banner
Sie sind hier:  Startseite > Garten > Pflanzen-Steckbriefe > Pfirsich

Besucher seit Juni 2008


   
 

Pfirsich


Prunus persica L. - Pfirsich

Statt Blumen mal ein Obst, welches sich auch im Garten pflegen lässt. Viele lieben den Pfirsich und möchten gerne einen Pfirsichbaum in ihrem Garten pflegen, leider ist er ziemlich empfindlich. Einerseits ist die Pfirsichblüte, bei frühblühenden Sorten, im Frühjahr noch durch Spätfrost stark gefährdet, dann sind viele Sorten sehr empfänglich für die Kräuselkrankheit und auch die Witterung spielt oft nicht mit, so dass die Pfirsiche nicht richtig zur Reife gelangen. Jedoch gibt es auch bei den Pfirsichen Sorten, die für den hiesigen (norddeutschen) Anbau geeignet sind. Die weißfleischigen Pfirsiche gelten im allgemein als robuster und unemfindlicher wie die gelbfleischigen.

Mit freundlicher Genehmigung der Baumschule "Südflora"
der ´Hamburger Colonistenpfirsich´

Durch Zufall bin ich über den Namen "Hamburger Colonistenpfirsich" gestolpert und da Hamburg ja nicht weit weg ist, dachte ich mir, dass er noch besser für dieses Klima geeignet ist. Nach fast fruchtlosem Suchen im Internet habe ich mich mit der Baumschule "Südflora" (im südöstlichen Schleswig-Holstein) telefonisch in Verbindung gesetzt und mir noch einige zusätzliche Informationen geholt. Das Ergebnis: ein kleiner Colonistenpfirsich von der Baumschule steht nun hier bei mir.

Nun versuche ich speziell diese eine robuste Sorte genauer zu beschreiben, die ziemlich unbekannt ist (selbst im Internet findet man nur sehr wenig über ihn) - den "Hamburger Colonistenpfirsich".
Teilweise ist die Bezeichnung auch Kolonistenpfirsich, aber richtig soll die Schreibweise mit einem C am Anfang sein.

Herkunft: Dieser Pfirsich wurde regional in der ehemaligen DDR angebaut, es ist eine alte robuste und kernechte Sorte, die dann in Hamburg in Kultur genommen wurde. Bei dem Namen handelt es sich nicht um einen Sortennamen sondern um die allgemeine damalige Bezeichnung.

Beschreibung: Die weißfleischigen und rotschaligen, mittelgroßen, runden Früchte haben einen süß- süßsäuerlich Geschmack mit einem typischen Pfirsicharoma. Die sehr ergiebige Ernte ist im September. Die Wuchshöhe beträgt, je nach Schnitt, bis zu 3 Metern und er trägt sehr viele Früchte, so dass man eventuell die Zweige stützen muß. 

Standort / Pflege, allgemein: Pfirsichbäume sind wärmeliebend und brauchen nach Möglichkeit einen vollsonnigen Standort, damit die Früchte gut ausreifen können, er sollte vor kalten Ostwinden geschützt sein. Optimal sind Plätze vor einer warmen Südwand. Spätfröste sind sehr ungünstig, da die Blüten sich schon ab März öffnen können und dann leicht erfrieren, was einen Ernteausfall zur Folge hat.
Pfirsichbäume bevorzugen nährstoff- und humusreiche, lehmige Böden mit ausgeglichenem Wasserhaushalt. Sie sollten sich bei steigenden Temperaturen schnell erwärmen. Leichtere Sandböden sollten vor der Pflanzung mit reichlich Humus verbessert werden. Wichtig ist eine gute Wasserversorgung, ohne Staunässe, während der Sommermonate, sonst bleiben die Früchte klein und fallen zum Teil vorzeitig ab. Ein regelmäßiger richtiger Schnitt ist wichtig, das sollte man sich von einem Fachmann zeigen lassen.

Krankheiten: Trotz aller Robustheit sollte man dennoch, auch beim Hamburger Kolonistenpfirsich, auf erste Anzeichen der Kräuselkrankheit (Pilzerkrankung) achten, siehe weiter unten.

Verwendung, allgemein: Zum Frischverzehr, für Desserts, Süßspeisen, Fruchtaufstriche, Liköre, als Kompott, Tortenbelag und vieles mehr.

Winterhärte: Der Hamburger Kolonistenpfirsich ist gut geeignet für das norddeutsche Klima.

Besonderes: Der Hamburger Kolonistenpfirsich ist selbstfruchtend, er braucht keine weitere Befruchtersorte.

Der Kräuselkrankheit vorbeugen: Schon mit dem richtigen Standort kann man einem Befall entgegen wirken. Da der Pilz sich besonders bei feuchten Bedingungen auf den Blättern der Obstbäume ansiedelt, sollte man dafür sorgen, dass die Pflanzen an einem sonnigen, luftigen Platz im Garten stehen. Die Krone sollte luftig ausgeschnitten und nicht zu dicht sein, damit die Blätter nach Regenfällen schnell wieder abtrocknen können, alternativ kann man den Baum unter einen Balkon oder ähnliches pflanzen, so dass er bei Regen nicht zu nass wird. Eine maßvolle Düngung mit einem organischen oder mineralischen Langzeitdünger stärkt ebenfalls die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Zusätzlich kann man noch mit einem verdünnten Sud aus Schachtelhalm spritzen und gießen. Auch liest man oft, dass Unterpflanzungen mit Knoblauch, Kapuzinerkresse und Meerrettich eine gewisse vorbeugende Wirkung gegen den Pilz haben sollen, damit müsste jeder seine eigenen Erfahrungen machen.


In der folgenden Tabelle habe ich noch einige Sorten von robusteren Pfirsichen aufgeführt:

Sorte Beschreibung besonderes
´Benedicte´ mittelgroße Frucht, weißfleischig, saftig mit gelbroter Schale, Blütezeit April, Reifezeit August, Wuchshöhe je nach Schnitt bis ca. 4 Metern relativ resistent gegen die Kräuselkrankheit, wärmebedürftig, bedingt winterhart, besser für Weinanbaugebiete geeignet
´Dixired´ mittelgroße bis große runde Frucht, gelbfleischig, saftig mit überwiegend roter Schale, Blütezeit April, Reifezeit Juli bis August, Wuchshöhe je nach Schnitt ca. 4,5 Metern selbstfruchtend, relativ resistent gegen die Kräuselkrankheit, ertragreich, relativ winterhart
´Nigra´ kleine bis mittelgroße Frucht, fest und süßsäuerlich mit rötlicher Schale, Blütezeit Mai, Reifezeit September, Wuchshöhe je nach Schnitt bis ca. 3,5 Metern rotles Laub, selbstfruchtbar, geringerer Fruchtertrag, winterhart
´Pilot´ große Frucht, grüngelbliches Fruchtfleisch, saftig aber etwas faserig mit gelbroter Schale, Blütezeit April bis Mai, Reifezeit August bis September, Wuchshöhe je nach Schnitt bis ca. 4 Metern selbstfruchtbar, für alle Anbaugebiete gut geeignet, widerstandsfähig gegen die Kräuselkrankheit, winterhart
´Red Haven´ mittelgroße bis große Frucht, gelbfleischig, saftig mit gelbroter Schale, Blütezeit April, Reifezeit August, Wuchshöhe je nach Schnitt bis ca. 3,5 Metern selbstfruchtbar, bedingt winterhart, besser für Weinanbaugebiete geeignet
´Revita´ mittelgroße Frucht, weißfleischig, saftig mit rotgelberer Schale, Blütezeit April, Reifezeit August, Wuchshöhe je nach Schnitt ca. 4 Meter robust, selbstfruchtend, relativ resistent gegen die Kräuselkrankheit, winterhart

Auch bei den Plattfirsichen gibt es einige interessante und robuste Sorten, wobei der Rote Weinbergpfirsich ´Mosel´ nicht dazu gehört:

Sorte Beschreibung besonderes
´Saturne´ weißfleischige Frucht, saftig, fruchtiger Geschmack, Blütezeit April bis Mai, Reifezeit August, Wuchshöhe je nach Schnitt bis ca. 3,5 Metern selbstfruchtbar, mit etwas Schutz winterhart
´Tellerpfirsich´ gelbweißes Fruchtfleisch, saftig, fruchtiger Geschmack, Blütezeit April bis Mai, Reifezeit August, Wuchshöhe je nach Schnitt bis ca. 4 Metern selbstfruchtbar, bedingt winterhart, besser für Weinanbaugebiete geeignet

Außer den in den Tabellen aufgeführten Sorten gibt es bestimmt noch einige mehr, die man in seinem Garten erfolgreich pflegen und zur Reife bringen kann. Hier empfehle ich sich bei den heimischen Baumschulen oder Gärtnereien genauer zu informieren.
Als Rarität gilt der Rote Weinbergpfirsich ´Mosel´, der leider nicht in jedem Klima gleich gut wächst und gedeiht. Wer aber im Weinbaugebiet einen besonderen Pfirsich sein eigen nennen möchte, dem ist diese Sorte sehr zu empfehlen.


30.12.2017

  Powered by CMSimple| Template: ge-webdesign.de| html| css| Login